Anwendungsbereich
DIN VDE 0100-708 gilt für feste Elektroinstallationen auf Camping- und Caravanstellplätzen — also für alle stationären Verteiler, Zuleitungen und Anschlusspunkte, von denen Wohnwagen, Reisemobile und Zelte mit Landstrom versorgt werden. Die Norm gilt auch für Reisemobilstellplätze, Bungalow- und Ferienanlage-Stellplätze mit vergleichbarer Nutzung.
Besondere Anforderungen gegenüber Wohngebäuden
Campingplatz-Installationen unterscheiden sich in drei wesentlichen Punkten von Wohngebäude-Elektrik:
- Wechselnde Nutzer — Der Anlagenbetreiber kann den Zustand der angeschlossenen Geräte nicht kontrollieren. Defekte Netzteile, selbst gebastelte Verlängerungskabel und fehlende Schutzerdung am Camper sind reale Risiken. Jeder Anschlusspunkt braucht daher einen eigenen, unabhängig auslösenden FI.
- Außeninstallation mit Witterungsbelastung — Regen, Frost, UV-Strahlung und mechanische Beanspruchung durch vorbeifahrende Fahrzeuge fordern IP44 als Mindestnorm, bei exponierten Standorten IP65.
- Wachsende E-Fahrzeug-Last — On-Board-Charger von E-Wohnmobilen und E-Autos erzeugen DC-Fehlerströme, die FI Typ A unsensibel machen. Die Norm empfiehlt für E-Fahrzeug-Anschlusspunkte FI Typ F oder B.
Netzform: TN-C-S Pflicht auf dem Campingplatz
DIN VDE 0100-708 schreibt vor, dass Campingplatz-Installationen im TN-C-S-System betrieben werden: Der PEN-Leiter aus dem öffentlichen Netz wird spätestens am Einspeisepunkt in separate PE- und N-Leiter aufgetrennt. Ab diesem Punkt muss der Schutzleiter (PE) getrennt von der Neutralleitung geführt werden. Ein versehentlicher Rückschluss zwischen N und PE auf dem Platz ist ein ernsthafter Fehler, der die Schutzwirkung der FI-Schalter aufheben kann.