Ratgeber für Elektrobetriebe

Unterverteilung kaufen statt bauen:
Was Elektrobetriebe rechnen müssen

Jede Stunde, die ein Monteur am Werktisch verdrahtet, fehlt auf der Baustelle. Dieser Ratgeber zeigt, wann der Fremdbezug von Unterverteilungen rechnet — und worauf es bei Normkonformität, Dokumentation und Preisstabilität ankommt.

Das eigentliche Problem: Monteurszeit ist nicht gratis

Viele Elektrobetriebe bauen Unterverteilungen noch selbst — aus Gewohnheit, weil die Teile da sind, oder weil ein eigener Bau „günstiger" klingt. Die Rechnung stimmt nur, wenn man die Stundensätze außen vor lässt.

Eine einfache 8-TE-Unterverteilung (1 FI + 4 LS) kostet den geübten Elektriker erfahrungsgemäß 45 bis 90 Minuten: Teile richten, verdrahten, beschriften, Sichtprüfung, Ablegen der Schaltplan-Kopie. Kommt die vorgeschriebene Stückprüfung mit Protokoll dazu (DIN EN 61439-3), addieren sich weitere 20 bis 30 Minuten.

Bei einem Verrechnungssatz von 80 €/h kostet die Stunde am Werktisch genauso viel wie die Stunde auf der Baustelle — aber nur eine davon fakturieren Sie dem Kunden.

Das ist der Kern des Arguments: Fremdbeziehung ist keine Kostenfrage, sondern eine Kapazitätsfrage. Wer Monteure nicht an den Werktisch bindet, kann mehr Projekte gleichzeitig bedienen.

Worauf achten

Drei Kriterien für den Fremdbezug

1. Norm

DIN EN 61439-Konformität

Unterverteilungen, die Sie als Elektrofachkraft montieren, gelten als Schaltgerätekombinationen nach DIN EN 61439-3. Die Norm fordert, dass Aufbau und Prüfung dokumentiert sind — unabhängig davon, wer baut.

Kaufen Sie von einem Hersteller, der diese Dokumentation mitliefert, übernehmen Sie keine Herstellerverantwortung. Kaufen Sie von einem der sie nicht mitliefert, müssen Sie sie selbst erstellen.

Konsequenz: Fragen Sie beim Anbieter konkret: „Welche EN-61439-Unterlagen liegen der Lieferung bei?"

2. Prüfung

Stückprüfprotokoll pro Exemplar

DIN EN 61439-3 schreibt für jede einzelne Schaltgerätekombination eine Stückprüfung mit Messwerten vor: Sichtprüfung, Durchgangsmessung aller Schutzleiter, Isolationswiderstandsmessung aller Stromkreise.

Ein Protokoll ohne reale Messwerte (nur Checkliste) erfüllt die Norm nicht. Ein Protokoll, das nicht exemplarspezifisch ist (z. B. ein Muster-PDF ohne Serien- oder Auftragsnummer), ist wertlos.

Konsequenz: Verlangen Sie ein Protokoll mit tatsächlichen Messwerten und einer Seriennummer, die Ihr Exemplar identifiziert.

3. Preis

Festpreis statt Aufwandsschätzung

Lohnfertiger, die nach Aufwand abrechnen, lösen das Zeitproblem nicht — sie verlagern es. Als Einkäufer wollen Sie wissen, was eine Verteilung kostet, bevor Sie sie beim Kunden kalkulieren.

Ein Festpreisanbieter gibt Ihnen Planungssicherheit: Sie addieren den Einkaufspreis zu Ihrer Marge, kalkulieren das Projekt — fertig. Keine Nachforderungen, keine Stundenzähler.

Konsequenz: Klären Sie, ob der Anbieter nach Aufwand oder mit Festpreis verkauft. Fragen Sie explizit nach Lieferzeit-Garantien.

Eine einfache Kalkulation für Ihren Betrieb

Ob Fremdbeziehung für Ihren Betrieb rechnet, hängt von drei Zahlen ab:

  1. Eigenfertigungszeit inkl. Protokollierung (Stunden/Stück)
  2. Interner Stundensatz (Lohn + Overhead, nicht der Kundenpreis)
  3. Einkaufspreis beim Lohnfertiger

Wenn Eigenfertigungszeit × interner Stundensatz > Einkaufspreis, rechnet der Fremdbezug — noch bevor Sie den Gewinn durch mehr Baustelleneinsatz einrechnen.

Für eine 8-TE-Basisverteilung mit 1 FI + 4 LS gilt typisch: 1 Stunde Eigenfertigung inkl. Protokoll, 60–80 € internem Stundenkosten. Ein Festpreisangebot unter diesem Wert macht Fremdbeziehung direkt rentabel — plus den freigewordenen Kapazitätsgewinn.

Unser Angebot

Unterverteilungen ab Werk, normkonform

  • Festpreise: 159 / 249 / 369 € (P1/P3/P2)
  • Stückprüfprotokoll mit Messwerten liegt bei
  • DIN EN 61439-1/-3 Dokumentation komplett
  • Lieferzeit 5–10 Werktage
  • Konfigurierbar: Hager, Gewiss, Eaton, ABB
  • Ab 1 Stück, ohne Mindestabnahme
Was jede Lieferung enthält

Norm, Protokoll und Doku — in einem Paket

Stückprüfprotokoll

Mit realen Messwerten Ihres Exemplars: Sichtprüfung, Durchgangsmessung (Ω), Isolationsmessung (MΩ), Seriennummer, Prüfdatum.

Muster ansehen →

Stückliste

Alle verbauten Komponenten mit Hersteller und Bestellnummer — identisch mit Ihrer Konfiguration. Für Ihre Projektdokumentation.

Normkonformer Aufbau

Verdrahtung nach DIN EN 61439, Kennzeichnung aller Schutzleiter, Beschriftung der Abgänge. Einbaufertig, kein Nacharbeiten.

Häufige Fragen

Was Elektrobetriebe uns fragen

Muss ich ein Stückprüfprotokoll führen, wenn ich fertige Verteiler einbaue?

Als ausführende Elektrofachkraft tragen Sie die Verantwortung für die Anlage — die Herstellerverantwortung für das eingebaute Gerät liegt beim Fertiger. Kaufen Sie von einem Hersteller, der ein normkonformes Stückprüfprotokoll mitliefert, haben Sie die Herstellerdokumentation für Ihre Unterlagen. Ob eigene Nachprüfungen nötig sind, hängt von Ihrem Auftraggeber, dem Aufstellungsort und internen Prüfvorgaben ab — klären Sie das im Zweifel mit Ihrer Technik oder Ihrem VDE-Prüfer.

Können wir Komponentenvorgaben (Hager, Eaton, ABB) machen?

Ja. Im Konfigurator wählen Sie die gewünschte Marke. Für Serienaufträge stimmen wir Komponenten direkt mit Ihnen ab — damit Ihre Lagerhaltung und Ihre eigenen Restteile zur Lieferung passen.

Was ist die Mindestbestellmenge?

1 Stück. Wir fertigen auf Projektbasis ab einer Einheit. Für Kleinserien (5–50 Stück) und Rahmenverträge (planbare Monatsmengen) gelten gesonderte Konditionen — Anfrage genügt.

Wie lange ist die Lieferzeit?

Standard: 5–10 Werktage ab Auftragseingang für Standardkonfigurationen. Für individuelle Aufbauten (eigener Schaltplan, abweichende Komponenten): Angebot enthält verbindlichen Liefertermin.

Nächster Schritt

Ein Gespräch, keine Verpflichtung

Wir erklären offen, wie unsere Fertigung funktioniert, was ein Stück kostet und wie der Ablauf bei Serienaufträgen aussieht. Kein Pitch — nur Fakten.