Ein FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter, kurz FI oder RCD für „Residual Current Device") schützt vor gefährlichen Körperströmen: Er misst die Differenz zwischen dem Hin- und Rückstrom in einem Stromkreis und trennt sofort ab, wenn diese Differenz — also der Fehlerstrom — einen Schwellenwert überschreitet (meist 30 mA).
Solange alle Verbraucher rein sinusförmige Wechselströme erzeugen, reicht ein klassischer FI Typ A aus. Mit dem Einzug von Frequenzumrichtern (Wärmepumpen, Klimaanlagen), Batteriespeichern und bestimmten Ladetechnik-Geräten entstehen aber Fehlerstromanteile in anderen Frequenzbereichen oder als Gleichstrom — die FI Typ A nicht oder nicht zuverlässig erkennt.
Das Ergebnis: Ein FI Typ A kann in bestimmten Konstellationen so beeinflusst werden, dass er bei einem echten Fehlerstrom nicht mehr auslöst — obwohl Menschen gefährdet wären.
Deshalb gibt es spezialisierte FI-Typen: Typ F für Frequenzumrichter-Anwendungen, Typ B für allstromsensitiven Schutz inklusive Gleichfehlerströmen. Die Wahl des richtigen Typs ist heute eine der wichtigsten Planungsentscheidungen in der Unterverteilung.
Planungshinweis: Dieser Ratgeber ist ein praxisorientierter Überblick. Die normkonforme FI-Auswahl — insbesondere wenn Herstellervorgaben von der Faustregeln abweichen — liegt beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die jeweils geltenden VDE-Normen (u. a. DIN VDE 0100-410, -531) sowie die Installationsanleitungen der angeschlossenen Geräte.