Moderne Wärmepumpen sind fast ausnahmslos invertergeregelt: Ein Frequenzumrichter (FU) steuert den Kompressormotor drehzahlvariabel — das macht die Anlage effizienter, erzeugt aber gleichzeitig hochfrequente Ableitströme im Bereich von einigen hundert Hertz bis in den kHz-Bereich.
Das ist das Problem mit einem Standard-FI Typ A: Er erfasst zuverlässig nur Wechselstrom-Ableitströme (50 Hz) und pulsierende Gleichfehlerströme — nicht aber die hochfrequenten Anteile aus einem Frequenzumrichter. Dadurch kann es zu Fehlauslösungen kommen (FI löst ohne Erdschluss aus) oder, bei falsch gewähltem FI, zu mangelnder Schutzwirkung.
Maßgeblich für die FI-Auswahl ist immer das Installationshandbuch des Herstellers. Typische Anforderungen aus der Praxis:
- FI Typ F (IEC 62423): Erfasst Ableitströme von 0 bis 1 kHz — deckt den typischen Frequenzbereich moderner Inverter-WP ab. Von vielen Herstellern explizit empfohlen oder vorgeschrieben.
- FI Typ B (allstromsensitiv): Erfasst alle Ableitstromarten bis 0 Hz (DC). Ist die sicherste Wahl, wenn der Hersteller keinen Typ F vorschreibt oder der Frequenzumrichter DC-Anteile einträgt. Auch pflichtgemäß, wenn der WP-Anschluss galvanisch mit dem Schutzleiterkreis der PV-Anlage verbunden ist.
- Nicht ausreichend für Inverter-WP: FI Typ A — trotzdem in der Praxis noch häufig eingebaut, weil der Installateur nur auf den FI-Typ schaut, nicht auf den Frequenzbereich.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung und Auswahl der Schutzgeräte liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die Herstellervorgaben der Wärmepumpe und die jeweils gültigen VDE-Normen.