Ratgeber für Elektrobetriebe

Wärmepumpe & Unterverteilung:
Schutzgeräte richtig planen

WP-Boom 2026: Elektrobetriebe installieren immer mehr Wärmepumpen — und stehen vor der Frage: welcher FI-Typ, welche Unterverteilung? Besonders Inverter-Wärmepumpen stellen besondere Anforderungen an den Fehlerstromschutz.

Planungsgrundlage

Warum Inverter-Wärmepumpen besondere Schutzanforderungen stellen

Moderne Wärmepumpen sind fast ausnahmslos invertergeregelt: Ein Frequenzumrichter (FU) steuert den Kompressormotor drehzahlvariabel — das macht die Anlage effizienter, erzeugt aber gleichzeitig hochfrequente Ableitströme im Bereich von einigen hundert Hertz bis in den kHz-Bereich.

Das ist das Problem mit einem Standard-FI Typ A: Er erfasst zuverlässig nur Wechselstrom-Ableitströme (50 Hz) und pulsierende Gleichfehlerströme — nicht aber die hochfrequenten Anteile aus einem Frequenzumrichter. Dadurch kann es zu Fehlauslösungen kommen (FI löst ohne Erdschluss aus) oder, bei falsch gewähltem FI, zu mangelnder Schutzwirkung.

Maßgeblich für die FI-Auswahl ist immer das Installationshandbuch des Herstellers. Typische Anforderungen aus der Praxis:

  • FI Typ F (IEC 62423): Erfasst Ableitströme von 0 bis 1 kHz — deckt den typischen Frequenzbereich moderner Inverter-WP ab. Von vielen Herstellern explizit empfohlen oder vorgeschrieben.
  • FI Typ B (allstromsensitiv): Erfasst alle Ableitstromarten bis 0 Hz (DC). Ist die sicherste Wahl, wenn der Hersteller keinen Typ F vorschreibt oder der Frequenzumrichter DC-Anteile einträgt. Auch pflichtgemäß, wenn der WP-Anschluss galvanisch mit dem Schutzleiterkreis der PV-Anlage verbunden ist.
  • Nicht ausreichend für Inverter-WP: FI Typ A — trotzdem in der Praxis noch häufig eingebaut, weil der Installateur nur auf den FI-Typ schaut, nicht auf den Frequenzbereich.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung und Auswahl der Schutzgeräte liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die Herstellervorgaben der Wärmepumpe und die jeweils gültigen VDE-Normen.

FI-Typ im Überblick

Welcher FI für welche Wärmepumpe?

Typ AAC + pulsierender DC — nicht für Inverter-WP Typ FAC + DC + HF bis 1 kHz — Empfehlung Inverter-WP Typ BAllstromsensitiv — sicherste Wahl, immer zulässig

Maßgeblich ist das Installationshandbuch der Wärmepumpe. Herstellerangaben haben Vorrang vor Faustregel.

Leitungsschutz & Anschlussart

LS-Auslegung und 1-phasig vs. 3-phasig: Was die Praxis zeigt

Leitungsschutzschalter (LS)

Der LS schützt die Zuleitung zur Wärmepumpe vor Überstrom und Kurzschluss. Nennstrom und Charakteristik ergeben sich aus der maximalen elektrischen Leistungsaufnahme der WP und dem Querschnitt der Zuleitung. Typische Werte aus der Praxis:

Modelltyp Typischer LS Kleine Split-WP (1-phasig, bis 2 kW el.)B16 Monoblock WP (1-phasig, bis 3,5 kW el.)B16 oder B20 Monoblock/Außengerät (3-phasig, 5–10 kW el.)B16 3-polig Großanlage (3-phasig, 10–15 kW el.)B20 oder B25 3-polig

Richtwerte — maßgeblich sind Herstellerspezifikation und Leitungsquerschnitt. Anlaufstrom des Kompressors beachten; Charakteristik B ist typisch, Hersteller kann C vorschreiben.

1-phasig oder 3-phasig?

Das gibt der Hersteller vor — dieser Punkt ist nicht wählbar. Kleine Wärmepumpen bis ca. 3 kW elektrischer Leistungsaufnahme können einphasig betrieben werden. Größere Modelle sind dreiphasig, um die Netzbelastung gleichmäßig zu verteilen — das ist auch netztechnisch von Netzbetreibern häufig gefordert. Planungsempfehlung: Im Neubau immer auf dreiphasige Vorrüstung setzen, auch wenn die erste WP noch einphasig ist.

Schnell-Orientierung

Checkliste Anschlussplanung WP

1.Installationshandbuch lesen — FI-Typ + LS-Nennstrom vom Hersteller 2.1-phasig oder 3-phasig? → Hersteller legt fest 3.FI Typ F (mind.) oder B laut Herstellervorgabe 4.Zuleitungsquerschnitt nach LS-Nennstrom + Leitungslänge 5.TE-Bedarf berechnen → Gehäusetyp wählen 6.Erweiterungen vorblatten: Wallbox, PV, § 14a-Nachrüstung

Auslegung immer durch Elektrofachbetrieb nach konkretem Einzelfall.

Die häufigsten Kombinationen 2026

Welche Unterverteilung passt — WP allein oder mit Wallbox und PV?

2026 läuft die Wärmepumpe selten allein. Immer häufiger kommt die Anfrage: WP + Wallbox zusammen abschließen, oder sogar WP + PV + Wallbox in einer kompakten Einheit. Das bestimmt, welche Unterverteilungsgröße sinnvoll ist:

WP allein (einfach)

P1 oder P3 — 8 oder 11 TE

Für eine einfache 1-phasige WP-Installation ohne weitere geplante Verbraucher. FI Typ F + LS + 1–2 TE Reserve passen in 8–11 TE.

Geeignet wenn: Nur die WP, keine Wallbox oder PV, keine Erweiterung absehbar.

P1: 159 € / P3: 249 € netto

WP + Wallbox — Empfehlung

P2 — 24 TE

2-reihig, 2×FI + 7×LS, großzügige Reserve. Ideal für WP + Wallbox in einem Gehäuse — mit Platz für PV-Einspeisepunkt oder § 14a-Steuerbox.

Geeignet wenn: WP + Wallbox, mehrere Schutzkreise, Reserve für PV oder zukünftige Erweiterungen.

369 € netto

WP + PV + Wallbox

P2 — 24 TE (dringend empfohlen)

Drei Schutzkreise (WP, PV-Einspeisepunkt, Wallbox) plus Überspannungsschutz brauchen mindestens 16–20 TE. P2 schafft das mit Reserve.

Geeignet wenn: Alle drei Technologien in einer Installation — P2 ist hier die einzig sinnvolle Wahl.

369 € netto

Alle drei Varianten: fertig verdrahtet, normgeprüft nach DIN EN 61439, mit Stückprüfprotokoll. Festpreis, keine versteckten Kosten. Bei WP-Typ F oder B teilen Sie uns das bei der Anfrage mit — wir bauen den vorgeschriebenen FI ein.

Praxis-Checkliste

Wärmepumpen-Unterverteilung beauftragen — was Elektrobetriebe vorbereiten sollten

Bevor Sie eine WP-Unterverteilung bestellen, klären Sie diese Punkte:

  • Installationshandbuch lesen: Welchen FI-Typ schreibt der Hersteller vor (Typ F oder B)? Gibt es besondere Vorgaben zur Zuleitungssicherung?
  • 1-phasig oder 3-phasig? Elektrische Leistungsaufnahme der WP notieren — daraus ergibt sich auch der LS-Nennstrom und der Kabelquerschnitt.
  • Weitere Verbraucher: Wallbox, PV oder § 14a-Steuereinheit geplant? Dann sofort P2 (24 TE) wählen — Nachrüstung ist teurer als die richtige Größe von Anfang an.
  • Anlaufstrom beachten: Kompressoren haben je nach Modell einen kurzzeitig hohen Anlaufstrom. Herstellerspezifikation prüfen — beeinflusst ggf. LS-Charakteristik (B vs. C).
  • TE-Bedarf berechnen: FI (2 TE) + LS (1 TE je Kreis, 3 TE bei 3-poligem LS) + Reserve (2–4 TE). Dann Gehäusetyp wählen.
  • Abnahme vorbereiten: Stückprüfprotokoll nach DIN EN 61439 erleichtert die Dokumentation. Liegt bei jeder unserer Lieferungen bei.
Schnell-Kalkulation TE-Bedarf

Typischer Gerätebedarf WP-Unterverteilung

FI Typ F oder B (2-polig, 1-phasig)2 TE FI Typ F oder B (4-polig, 3-phasig)4 TE LS 1-polig (1-phasige WP)1 TE LS 3-polig (3-phasige WP)3 TE FI Typ A + LS Wallbox (optional)3 TE FI Typ A + LS PV-Einspeisepunkt (optional)3 TE Reserve / § 14a-Vorrüstung2–4 TE WP allein (3-phasig + Reserve) 7–9 TE WP + Wallbox + Reserve 10–14 TE WP + Wallbox + PV 13–18 TE

Richtwerte; Auslegung immer nach konkreter Planung und Herstellerangabe. Bei WP+Wallbox+PV empfehlen wir generell P2 (24 TE).

Häufige Fragen

Wärmepumpe & Unterverteilung — was Elektrobetriebe fragen

Welcher FI-Typ ist für Wärmepumpen vorgeschrieben?

Das hängt vom Modell ab — maßgeblich ist das Installationshandbuch des Herstellers. Inverter-gesteuerte Wärmepumpen brauchen in der Regel mindestens FI Typ F (IEC 62423), der hochfrequente Ableitströme bis 1 kHz erfasst — oder FI Typ B (allstromsensitiv), der noch umfassender schützt. Ein Standard-FI Typ A ist für Inverter-WP oft nicht ausreichend und kann zu Fehlauslösungen führen. Herstellerdatenblatt immer vor dem Einkauf lesen.

Brauche ich für meine Wärmepumpe eine eigene Unterverteilung?

In der Praxis fast immer: Zumindest eine eigene abgesicherte Zuleitung mit FI und LS ist erforderlich. Eine separate Unterverteilung macht zusätzlich Sinn für die Abnahme-Dokumentation, spätere Erweiterungen (Wallbox, PV) und eine klare Trennung im Fehlerfall. Wer heute schon weiß, dass Wallbox oder PV kommen, sollte von Anfang an P2 (24 TE) wählen — Nachrüstung ist aufwändiger.

Wärmepumpe 1-phasig oder 3-phasig anschließen?

Das gibt der Hersteller vor. Kleine Modelle bis ca. 3 kW elektrischer Aufnahme sind teils einphasig möglich. Größere Anlagen sind dreiphasig — Netzbetreiber empfehlen das ohnehin ab gewisser Leistung, um das Netz gleichmäßig zu belasten. Im Neubau: immer dreiphasig vorberüsten, auch wenn das erste Modell noch einphasig ist. Das erspart spätere Umrüstarbeiten.

Kann ich Wärmepumpe und Wallbox in einer Unterverteilung zusammenfassen?

Ja — und das ist 2026 die sinnvollste Lösung. Eine P2-Unterverteilung (24 TE, 2 Reihen) fasst FI + LS für die WP und FI Typ A + LS für die Wallbox in einer kompakten, normgerecht geprüften Einheit. Platz für PV-Einspeisepunkt und Reserve bleibt noch. Vorteil: Ein Gehäuse, eine Prüfung, eine Dokumentation — spart Zeit auf der Baustelle.

Was kostet eine fertige Wärmepumpen-Unterverteilung?

Für WP allein (einfache Installation): P1 (8 TE) für 159 € netto oder P3 (11 TE) für 249 € netto. Für WP + Wallbox oder WP + PV: P2 (24 TE) für 369 € netto. Alle Varianten kommen fertig verdrahtet, DIN EN 61439-geprüft, mit Stückprüfprotokoll. Konfiguration nach Ihren Vorgaben — FI-Typ (F oder B) auf Anfrage. Festpreis, keine Nachkalkulation.

Nächster Schritt

WP-Unterverteilung anfragen — fertig verdrahtet, mit Protokoll

Wenn Sie für Ihren nächsten WP-Auftrag eine fertige, normgeprüfte Unterverteilung brauchen: Schreiben Sie uns kurz, welchen WP-Typ Sie anschließen (Hersteller, Modell oder elektrische Leistungsaufnahme), welchen FI-Typ der Hersteller vorschreibt (Typ F oder B) und ob Wallbox oder PV mit in das Gehäuse sollen. Wir machen innerhalb von 24 Stunden ein Angebot.

Oder direkt über den Konfigurator: Variante wählen, TE-Bedarf eingeben — fertig.

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Oder zum Konfigurator — Variante und TE-Bedarf eingeben, Angebot anfragen.

Unsere Standardprodukte

Fertig verdrahtet — sofort bestellbar

  • P1 — 8 TE, 1×FI + 4×LS B16 — 159 € netto
  • P2 — 24 TE, 2-reihig, 2×FI + 7×LS — 369 € netto ← WP+Wallbox
  • P3 — 11 TE, 1×FI + 1×LS, SPD optional — 249 € netto

FI-Typ F oder B auf Anfrage. Alle Einheiten: DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll, Festpreis. Lieferung nach Absprache.

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