Eine Wallbox mit 11 kW nimmt bis zu 16 A je Phase auf — dauerhaft, über mehrere Stunden. Das ist ein anderes Lastprofil als Küche, Waschmaschine oder Lichtstromkreise: Ladevorgänge dauern lang, sind zeitlich planbar, aber sie treten zusätzlich zur Grundlast auf.
Warum eine eigene Vorverteilung trotzdem keine Kür ist, sondern Praxis:
- Eigener Schutzkreis: Wallbox und Haushaltsstromkreise bleiben elektrisch getrennt. Ein Fehler an der Ladeeinrichtung schaltet nicht die gesamte Wohnung ab.
- FI-Selektivität: Der FI für die Ladeeinrichtung kann gezielt auf den geforderten Typ (Typ A oder B) ausgelegt werden, ohne die vorhandenen Schutzschalter zu berühren.
- Abnahmedokumentation: Der eigene Schutzkreis lässt sich bei der VDE-0100-600-Abnahme klar abgrenzen. Mit beiliegendem Stückprüfprotokoll der Vorverteilung ist der Nachweis vollständig.
- Überspannungsschutz vorbereitet: DIN VDE 0100-722 empfiehlt für Ladeeinrichtungen eine SPD-Vorbereitung (Überspannungsschutzgerät). Eine Vorverteilung mit SPD-Vorbereitung schafft dafür Platz.