Ratgeber für Elektrobetriebe

Wallbox absichern:
Welche Unterverteilung braucht die E-Auto-Ladeinfrastruktur?

Jede Wallbox braucht einen dedizierten Stromkreis — mit richtigem FI-Typ, passendem Leitungsschutzschalter und normgerechter Dokumentation. Dieser Ratgeber erklärt, worauf Elektrobetriebe beim Einbau einer Vorverteilung achten müssen.

Grundlage

Warum die Wallbox eine eigene Vorverteilung braucht

Eine Wallbox mit 11 kW nimmt bis zu 16 A je Phase auf — dauerhaft, über mehrere Stunden. Das ist ein anderes Lastprofil als Küche, Waschmaschine oder Lichtstromkreise: Ladevorgänge dauern lang, sind zeitlich planbar, aber sie treten zusätzlich zur Grundlast auf.

Warum eine eigene Vorverteilung trotzdem keine Kür ist, sondern Praxis:

  • Eigener Schutzkreis: Wallbox und Haushaltsstromkreise bleiben elektrisch getrennt. Ein Fehler an der Ladeeinrichtung schaltet nicht die gesamte Wohnung ab.
  • FI-Selektivität: Der FI für die Ladeeinrichtung kann gezielt auf den geforderten Typ (Typ A oder B) ausgelegt werden, ohne die vorhandenen Schutzschalter zu berühren.
  • Abnahmedokumentation: Der eigene Schutzkreis lässt sich bei der VDE-0100-600-Abnahme klar abgrenzen. Mit beiliegendem Stückprüfprotokoll der Vorverteilung ist der Nachweis vollständig.
  • Überspannungsschutz vorbereitet: DIN VDE 0100-722 empfiehlt für Ladeeinrichtungen eine SPD-Vorbereitung (Überspannungsschutzgerät). Eine Vorverteilung mit SPD-Vorbereitung schafft dafür Platz.
Typischer Aufbau

Was eine Wallbox-Vorverteilung enthält

  • 1× FI-Schutzschalter (Typ nach Wallbox-Vorgabe)
  • 1× Leitungsschutzschalter 3-polig B16
  • SPD-Vorbereitung (Überspannungsschutz, optional nachrüstbar)
  • Gehäuse mit Hutschiene, PE-Schiene, Abgangsraum

Alle vier Elemente sind in der P3 Wallbox-Vorverteilung von Steffens ElektroWorks fertig verdrahtet und geprüft — Festpreis 249 € netto.

Kernfrage der Planung

FI Typ A oder Typ B — was gilt für Ladeeinrichtungen?

DIN VDE 0100-722 unterscheidet danach, ob die Wallbox intern einen DC-Fehlerstroms-Schutz von mindestens 6 mA eingebaut hat oder nicht. Diese Angabe steht in der Installationsanleitung des Wallbox-Herstellers:

Wallbox mit internem DC-Schutz (≥ 6 mA)

Der interne Schutz übernimmt die Erkennung gleichgerichteter Fehlerströme. In diesem Fall genügt extern ein FI Typ A (Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme).

Trifft auf die meisten aktuellen Mode-3-Wallboxen zu — aber: Installationsanleitung maßgeblich.

Wallbox ohne internen DC-Schutz

Ohne interne DC-Erkennung ist ein FI Typ B (alle Fehlerstromarten inkl. glattgerichtetem Gleichstrom) oder gleichwertige Kombination erforderlich.

FI Typ B ist teurer und baulich aufwändiger — prüfen Sie die Herstellervorgabe vor der Kalkulation.

Praxis-Hinweis: Die Angaben in diesem Ratgeber dienen der allgemeinen Orientierung. Welcher FI-Typ konkret erforderlich ist, ergibt sich aus der Installationsanleitung der Ladeeinrichtung und der Planung nach den jeweils gültigen Normen. Normkonforme Fachplanung und -ausführung liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb.

Auslegung

Leitungsschutzschalter und Zuleitung richtig dimensionieren

Eine 11-kW-Wallbox (3-phasig) nimmt dauerhaft bis zu 16 A je Phase ab. Die Zuleitung von der Hausverteilung zur Wallbox-Vorverteilung muss für diese Dauerlast ausgelegt sein:

  • Leitungsschutzschalter: 3-polig, Auslösecharakteristik B, Nennstrom 16 A — passend zur maximalen Ladeleistung der Wallbox.
  • Kabelquerschnitt: Richtet sich nach Leitungslänge, Verlegeart (auf Putz, im Rohr, im Erdreich) und Umgebungstemperatur. Typisch werden 2,5–6 mm² NYM-J 5G oder NYY-J eingesetzt.
  • Spannungsfall: VDE 0100-520 empfiehlt max. 3 % Spannungsfall. Bei langen Zuleitungen (> 20 m) kann 6 mm² wirtschaftlich sein.
  • FI-Nennstrom: Der FI muss mindestens den Nennstrom des nachgelagerten LS übersteigen — 40 A FI bei 16 A LS ist praxisbewährte Kombination.

Die genaue Berechnung nach VDE 0298-4 / VDE 0100-430 liegt beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Faustregel: Kurze Leitungswege und großzügige Querschnitte reduzieren Erwärmung und Spannungsfall dauerhaft.

Kurzreferenz: 11-kW-Wallbox
Ladeleistung11 kW (3-phasig) Nennstrom3 × 16 A LS Charakter.B16, 3-polig FI Nennstrom40 A typisch FI-TypA (Herstellervorgabe prüfen) Kabel (Richtwert)5G 2,5–6 mm²

Richtwerte — Planung und Berechnung durch Elektrofachkraft.

Normen im Überblick

Welche Normen bei der Wallbox-Installation gelten

Norm Relevanz für die Wallbox-Installation
DIN VDE 0100-722 Anforderungen für die Stromversorgung von Elektrofahrzeugen — regelt FI-Typ, Schutzmaßnahmen, Erdung und Dokumentationspflichten für Ladeeinrichtungen.
DIN VDE 0100-600 Erstprüfung der Anlage: Sichtprüfung, Messen, Prüfbericht. Das Stückprüfprotokoll der Vorverteilung ist Teil der Abnahmedokumentation.
DIN EN 61439 Produktnorm für Schaltgerätekombinationen — gilt für die Vorverteilung als werksseitig aufgebaute Einheit. Stückprüfung und Dokumentation Pflicht des Herstellers.
DIN VDE 0100-430/520 Bemessung und Auswahl von Kabeln und Leitungen nach Strombelastbarkeit, Spannungsfall und Schutz bei Überstrom.

Angaben zur allgemeinen Orientierung. Maßgeblich sind jeweils die aktuell gültigen Normausgaben. Normkonforme Planung und Ausführung obliegen dem errichtenden Elektrofachbetrieb.

Fertiglösung

P3 Wallbox-Vorverteilung — fertig geprüft, sofort einsetzbar

Statt jede Komponente einzeln zu beschaffen, verdrahten und prüfen, bietet Steffens ElektroWorks mit der P3 Wallbox-Vorverteilung eine fertige Lösung für Elektrobetriebe:

  • Fertig verdrahtet — kein Aufwand in der Werkstatt
  • Stückprüfprotokoll (DIN EN 61439) liegt jeder Lieferung bei
  • Stückliste und CE-Dokumentation vollständig
  • SPD-Vorbereitung im Gehäuse integriert — Überspannungsschutz nachrüstbar
  • FI Typ A (40 A / 30 mA), LS B16 — auf Anfrage Sonderausstattung (z. B. FI Typ B) lieferbar
  • Festpreis 249 € netto, Lieferzeit ca. 7–10 Werktage

Der Bestellprozess ist direkt: Produkt auf der Produktseite auswählen, Kontaktformular ausfüllen, Fertigungsbestätigung per E-Mail — kein Vertriebsgespräch nötig.

Festpreis
249 

netto / Kleinunternehmer § 19 UStG — keine USt.

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Checkliste

Was Elektriker vor der Wallbox-Installation klären müssen

Vor Montage und Bestellung der Vorverteilung sollten diese Punkte geklärt sein:

1. Wallbox-Installationsanleitung lesen

FI-Typ (A oder B/F), Nennstrom, Zuleitungsquerschnitt und Mindestabstände sind dort verbindlich angegeben. Erst dann Vorverteilung bestellen.

2. Zuleitungslänge ermitteln

Vom Zählerplatz / Hauptverteilung bis zum Wallbox-Standort messen. Leitungslänge bestimmt den erforderlichen Querschnitt (Spannungsfall ≤ 3 % anstreben).

3. Netzbetreiber informieren

Ladeeinrichtungen ≥ 3,7 kW sind in Deutschland anzeigepflichtig (§ 19 NAV). Viele Netzbetreiber haben Formulare auf ihrer Website — Anmeldung vor Inbetriebnahme.

4. Überspannungsschutz prüfen

DIN VDE 0100-722 empfiehlt SPD für Ladeeinrichtungen. Ist kein SPD in der Hausinstallation vorhanden, sollte die Vorverteilung SPD-Platz haben — P3 ist dafür vorbereitet.

5. Prüfbericht vorbereiten

VDE 0100-600 verlangt Erstprüfung und Prüfbericht. Stückprüfprotokoll der Vorverteilung + eigene Messprotokolle (Isolationswiderstand, FI-Auslösung, PE-Durchgang) ergeben eine vollständige Dokumentation.

6. Abrechnung klären (Smart-Meter / Eichrecht)

Soll die Ladeeinrichtung zur Kostenabrechnung genutzt werden (z. B. Arbeitgeber, Mietobjekt), gelten Anforderungen nach Eichrecht. Das ist planerisch zu klären — unabhängig vom elektrischen Aufbau der Vorverteilung.

Häufige Fragen

Was Elektriker zur Wallbox-Vorverteilung fragen

Brauche ich für eine Wallbox zwingend eine eigene Unterverteilung?

Technisch zwingend ist eine eigene Unterverteilung nicht in jedem Fall, aber in der Praxis fast immer sinnvoll. Die Ladeeinrichtung bekommt einen eigenen, dedizierten Stromkreis mit eigenem FI und Leitungsschutzschalter — das vereinfacht die Abnahme nach DIN VDE 0100-722 und verhindert Wechselwirkungen mit anderen Verbrauchern. Eine Vorverteilung bündelt alle nötigen Komponenten normkonform in einem Gehäuse mit Stückprüfprotokoll.

Welcher FI-Typ ist für eine Wallbox vorgeschrieben?

Das hängt von der Ladeeinrichtung ab. DIN VDE 0100-722 fordert mindestens FI Typ A, wenn die Wallbox einen internen DC-Fehlerstroms-Schutz (≥ 6 mA) mitbringt. Fehlt dieser interne Schutz, ist FI Typ B oder eine gleichwertige Maßnahme nötig. Die Installationsanleitung der Wallbox gibt verbindlich vor, welcher FI-Typ einzubauen ist — immer zuerst lesen, dann kalkulieren.

Was bedeutet die Anzeigepflicht für Wallboxen beim Netzbetreiber?

Ladeeinrichtungen mit einer Ladeleistung von mehr als 3,7 kW müssen nach § 19 NAV beim zuständigen Netzbetreiber angezeigt werden — vor der Inbetriebnahme. Der Netzbetreiber kann die Anmeldung bestätigen oder Anforderungen an den Netzanschluss stellen. Viele haben Webformulare für die Anmeldung. Das ist eine Installeurpflicht, die unabhängig von der Vorverteilung zu erfüllen ist.

Kann ich die P3 Vorverteilung auch mit FI Typ B bestellen?

Ja, auf Anfrage. Die Standardausführung P3 enthält FI Typ A — für alle Wallboxen, die intern einen DC-Schutz mitbringen. Wenn der Wallbox-Hersteller Typ B vorschreibt, liefern wir auf Anfrage eine angepasste Ausstattung. Einfach beim Kontakt die Wallbox-Modellbezeichnung und die Installationsanleitung angeben, dann machen wir ein Angebot.

Liegt der P3 ein Stückprüfprotokoll bei?

Ja. Jede P3-Einheit wird vor dem Versand individuell nach DIN EN 61439 geprüft. Das ausgefüllte Stückprüfprotokoll liegt der Lieferung bei — mit Seriennummer, Prüfdatum und Prüfergebnis. Es ist Bestandteil der Abnahmedokumentation nach VDE 0100-600.

Direktbestellung

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Fertig verdrahtet, DIN EN 61439 geprüft, Stückprüfprotokoll beigelegt. Festpreis 249 € netto — Lieferung in ca. 7–10 Werktagen nach Fertigungsbestätigung.

Konfigurator

Andere Ausstattung gebraucht?

Wenn Typ B, andere LS-Charakteristik oder abweichende Stromkreiszahl gefragt ist, konfigurieren Sie die Lösung über unseren Konfigurator oder senden eine Anfrage direkt per Kontaktformular.

Ladeinfrastruktur normgerecht absichern

Wallbox-Vorverteilung geprüft geliefert — Festpreis 249 €

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