Ratgeber für Elektrobetriebe

Unterverteilung für Büro, Ladenlokal und Kleingewerbe:
Was beim gewerblichen Einbau gilt

Gewerbliche Objekte stellen andere Anforderungen an die Unterverteilung als Wohnungen: mehr Kreise, lückenlose Dokumentation und wiederkehrende Prüfpflichten. Dieser Ratgeber zeigt Elektrobetrieben, worauf es bei Büros, Ladenlokalen und kleinen Gewerbeeinheiten ankommt.

Planungsgrundlage

Was eine gewerbliche Unterverteilung von der Wohnungsinstallation unterscheidet

Eine Wohnungsunterverteilung folgt klaren Verbrauchsprofilen: Licht, Steckdosen, Herd, Bad. In kleinen Gewerbeobjekten kommen andere Anforderungen hinzu, die bei der Planung häufig unterschätzt werden:

  • Mehr dedizierte Kreise: IT-Infrastruktur (Server-Switch, USV), Beleuchtung und allgemeine Steckdosen sollten getrennt abgesichert sein. Fällt eine Sicherung aus, darf nicht gleich der ganze Betrieb stehen.
  • DGUV Vorschrift 3 — wiederkehrende Prüfpflicht: Elektrische Anlagen in Gewerbebetrieben müssen in regelmäßigen Abständen durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Startpunkt ist die lückenlose Erstdokumentation — Schaltplan, Prüfprotokoll, Prüfbuch.
  • Mehr Reserve-TE: Lüftung, Klimaanlage, Kasse, Alarm- oder Meldeanlage kommen oft nachträglich. Wer von Anfang an 2-reihig plant, spart spätere Erweiterungsarbeiten.
  • Außenbereich und Feuchtraum: Ein Schaufenster-Beleuchtungskreis, Außensteckdosen oder ein Lagerbereich verlangen IP44-Schutz an den Steckdosen und einen eigenen, FI-gesicherten Kreis.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung und Geräteauswahl liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die jeweils gültigen VDE-Normen (u. a. DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-520) sowie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).

Drehstrom-Hinweis: Die Standardprodukte P1 und P2 sind für einphasige 230-V-Netze ausgelegt. Für 400-V-Drehstromverbraucher (Klimaanlagen mit FU, große Serverkühlungen, gewerbliche Maschinen) ist eine separate Planung erforderlich — sprechen Sie uns an.

Typische Gewerbeobjekte

Was braucht einen eigenen Schutzkreis?

BeleuchtungEigener Kreis — unabhängig von Steckdosen IT / ServerEigener Kreis, USV empfohlen Allgem. Steckdosen1–2 Kreise je nach Fläche KlimaanlageEigener Kreis (oft LS C) Kasse / AlarmEigener gesicherter Kreis Außen / IP44FI-geschützter Außenkreis

Mindestausstattung kleines Gewerbe: 5–7 Kreise. P2 (24 TE) bietet 7 Abgänge plus Reserve.

Rechtliche Pflicht

DGUV Vorschrift 3: Prüfpflicht für elektrische Anlagen im Gewerbebetrieb

Die DGUV Vorschrift 3 (früher BGV A3) verpflichtet Arbeitgeber, ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel in regelmäßigen Abständen prüfen zu lassen. Die Prüfung muss von einer Elektrofachkraft durchgeführt und dokumentiert werden.

Typische Prüfintervalle (Richtwerte)

  • Büro- und Verwaltungsräume: Prüfintervall üblicherweise 4 Jahre für ortsfeste Anlagen
  • Feuchte oder staubige Umgebungen (Lager, Produktion): kürzere Intervalle, teils jährlich
  • Baustellen und Außenanlagen: sehr kurze Intervalle (6 Monate bis 1 Jahr)

Die konkreten Intervalle legt der Betreiber gemeinsam mit einer Elektrofachkraft fest — auf Basis der Umgebungsbedingungen, Gefährdungsbeurteilung und der zugrundeliegenden Vorschrift.

Warum das Stückprüfprotokoll entscheidend ist

Eine gewerbliche Unterverteilung, die ohne lückenlose Erstdokumentation eingebaut wird, verursacht bei der ersten DGUV-V3-Prüfung nachträglichen Aufwand. Das Stückprüfprotokoll von Steffens ElektroWorks (nach DIN EN 61439) enthält reale Messwerte aus der Fertigung — es ist der Startpunkt für ein vollständiges Anlagenbuch und erleichtert jede Folgeprüfung.

Dokumentations-Checkliste

Was bei der Erstinstallation vorliegen sollte

  • Schaltplan der Unterverteilung (TE-Belegung, Kreiszuordnung)
  • Stückprüfprotokoll (Sichtprüfung, Schutzleitermessung, Isolation)
  • Stromkreisverzeichnis (Bezeichnung je LS-Abgang)
  • Nachweis der Schutzmaßnahme (TN-C-S / TN-S / TT)
  • Prüfbuch-Eintrag Erstprüfung nach DGUV V3

Alle SEW-Produkte werden mit Stückprüfprotokoll und Stromkreisverzeichnis geliefert — die Grundlage für das Anlagenbuch liegt damit von Anfang an vor.

Schutzgeräte

FI-Schalter im Gewerbe: Welcher Typ für welchen Einsatz?

Standard

FI Typ A — Büro und Ladenlokal

Für typische Büros, Ladenlokale und Verwaltungsflächen mit Standard-Verbrauchern (PC, Drucker, LED-Beleuchtung, Kaffeemaschine) ist FI Typ A mit 30 mA die Standardwahl. Erfasst sinusförmige und pulsierende Gleichfehlerströme.

In P1 und P2 von Steffens ElektroWorks: FI Typ A 40 A / 30 mA

Sonderfall

FI Typ F oder B — bei Frequenzumrichtern

Klimaanlagen, Pumpen und Maschinen mit Frequenzumrichter (FU) können hochfrequente Ableitströme erzeugen, die einen FI Typ A unbeabsichtigt auslösen. Für solche Lasten ist FI Typ F (bis 1 kHz) oder Typ B (DC-Fehlerströme) erforderlich. Empfehlung: im Zweifelsfall Maschinendatenblatt prüfen.

Auf Anfrage als Sonderausstattung lieferbar

Außen & Feuchtraum

Außenbereich: IP44 + eigener FI-Kreis

Schaufensterbeleuchtung im Außenbereich, Eingangssteckdosen und Lagerräume mit Feuchtigkeitsbelastung brauchen einen eigenen, FI-gesicherten Stromkreis. Steckdosen im Außenbereich und Feuchtraum mindestens IP44. Der FI-Schalter sitzt sinnvollerweise in der Unterverteilung — nicht an der Einzelsteckdose.

Leer-TE in P2 lassen Raum für zusätzliche Abgänge

Produktvergleich

P1 oder P2 für das Gewerbeobjekt?

Die Entscheidung zwischen P1 (8 TE) und P2 (24 TE) hängt von der Kreisanzahl ab. Als Faustregel gilt: Sobald mehr als 4 Abgänge benötigt werden, ist P2 die wirtschaftlichere Wahl — weil ein Nachrüsten in P1 baulich aufwändiger ist als das Einstecken in freie TE.

Wann reicht P1 (8 TE)?

  • Kleiner Nebenraum, Lager oder Umkleide als Ergänzungsverteiler
  • Kiosk, Zeitungsstand oder Automatenstandort mit 2–3 Kreisen
  • Erweiterungsverteiler für zusätzliche Steckdosengruppe im bestehenden Objekt

Wann ist P2 (24 TE) die richtige Wahl?

  • Büro mit IT, Beleuchtung, Klimaanlage und Küchenzeile — typisch 5–7 Kreise
  • Ladenlokal mit Kassensystem, Beleuchtungsgruppen und Außenbereich
  • Praxis, Friseursalon, Kosmetikstudio — mehrere Wasserpunkte und Spezialgeräte
  • Alle Objekte, bei denen späteres Wachstum absehbar ist
P1 — 8 TE
159 € netto
  • 1×FI Typ A 40A/30 mA
  • 4×LS B16
  • Fertig verdrahtet, DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll

Ergänzungsverteiler, Nebenraum, kleine Ergänzung

P1 ansehen
P2 — 24 TE
369 € netto
← Empfehlung Gewerbe
  • 2×FI Typ A 40A/30 mA
  • 3×LS B16 (Gruppe 1) + 3×LS B16 (Gruppe 2) + 1×LS B20
  • Leerplätze für spätere Erweiterung
  • Fertig verdrahtet, DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll + Stromkreisverzeichnis

Büro, Ladenlokal, Praxis, Kleingewerbe

P2 ansehen
Praxistipps

Was Elektrobetriebe beim Einbau im Gewerbeobjekt beachten sollten

Schaltplan als Übergabe-Dokument

Der Gewerbebetreiber ist Betreiber der Anlage — er braucht bei Folgearbeiten oder DGUV-V3-Prüfungen einen Schaltplan. Liefern Sie bei jeder gewerblichen Installation einen aktuellen Schaltplan mit Kreisbezeichnung mit. Das Stromkreisverzeichnis aus dem SEW-Paket ist ein guter Startpunkt.

Hauptschalter im Gewerbe

In gewerblichen Räumen ist ein Hauptschalter (oder eine Trennvorrichtung) empfehlenswert, der im Notfall die gesamte Anlage spannungsfrei schaltet. Die Unterverteilung P2 bietet in der 2-reihigen Ausführung ausreichend TE für einen vorgelagerten Hauptschalter-Block. Bei Bedarf ist das auf Anfrage einbaubar.

Beschriftung und Übergabe

Alle SEW-Unterverteilungen werden mit beschrifteten Abgängen geliefert — Standardbezeichnungen (Licht, Steckdosen, IT). Für gewerbliche Objekte können Sie beim Bestellvorgang eigene Kreisbezeichnungen angeben, damit der Betreiber von Anfang an ein lesbares Anlagenbuch hat.

Für Elektrobetriebe mit wiederkehrenden Gewerbeobjekten

Rahmenvertrag: Planbar und kostengünstig für Serieninstallationen

Wenn Sie regelmäßig Gewerbeobjekte ausstatten — Bürogebäude, Filialnetz, Mietflächen — können wir Ihnen Unterverteilungen nach Ihren Vorgaben in festen Stückzahlen und zu festen Konditionen liefern. Kein Angebotsaufwand pro Auftrag.

  • Einheitliche Konfiguration für Ihre Standardobjekte
  • Feste Lieferzeiten, planbar in Ihre Projektterminierung
  • Identische Dokumentation für jede Einheit — einfachere Übergabe an DGUV-Prüfer
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Für das nächste Gewerbeobjekt

Teilen Sie uns kurz mit: Objekt-Typ (Büro / Laden / Sonstige), Anzahl benötigter Abgänge, ob Außenbereich oder Feuchtraum vorhanden ist — wir melden uns mit einer Empfehlung und einem Festpreis innerhalb von 24 Stunden.

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Gewerbe-Unterverteilung anfragen — fertig verdrahtet, mit vollständiger Dokumentation

Wenn Sie für ein Büro, Ladenlokal oder eine kleine Gewerbeeinheit eine normgeprüfte Unterverteilung brauchen: Schreiben Sie uns kurz, wie viele Kreise benötigt werden, ob ein Außenbereich oder ein Feuchtraum vorhanden ist und ob besondere Lasten (Klimaanlage, Frequenzumrichter) berücksichtigt werden müssen. Wir empfehlen das passende Produkt und liefern innerhalb von 7–14 Werktagen — einbaufertig, mit Stückprüfprotokoll und Stromkreisverzeichnis.

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Oder direkt die Standardprodukte: P1 (159 €) · P2 (369 €) — Festpreis, sofort bestellbar.

Unsere Standardprodukte

Fertig verdrahtet — sofort bestellbar

  • P1 — 8 TE, 1×FI + 4×LS B16 — 159 € netto
  • P2 — 24 TE, 2-reihig, 2×FI + 7×LS — 369 € netto ← Empfehlung Gewerbe
  • P3 — Wallbox-Vorverteilung 11 TE — 249 € netto

Alle Einheiten: DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll, Festpreis. Liefert dokumentationsbereit für DGUV V3.

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