Ratgeber für Elektrobetriebe

Unterverteilung für Werkstatt & Garage:
Maschinen und Außenbereich richtig absichern

Kreissäge, Kompressor, Schweißgerät — Werkstätten stellen besondere Anforderungen an Schutzgeräte. Anlaufströme, Motorlasten und Außenanschlüsse erfordern eine geplante Unterverteilung. Dieser Ratgeber zeigt, was Elektrobetriebe beachten müssen.

Planungsgrundlage

Warum Werkstätten besondere Anforderungen an die Unterverteilung stellen

Eine Wohnzimmer-Unterverteilung schützt Beleuchtung und Steckdosen mit überschaubaren Lasten. Eine Werkstatt ist eine andere Welt: Maschinen mit hohen Anlaufströmen, ortsveränderliche Elektrowerkzeuge, feuchte oder staubige Umgebungen und oft ein Außenarbeitsbereich machen eine durchdachte Absicherung zur Pflicht.

Die häufigsten Fehler in der Praxis:

  • Zu wenige Kreise: Alle Maschinen hängen an einer Sicherung — fällt eine aus, steht der ganze Betrieb still. Jede wichtige Maschine sollte einen eigenen Schutzkreis haben.
  • Falsche LS-Charakteristik: LS Typ B16 kann beim Anlaufstrom eines Kompressors auslösen, obwohl der Betriebsstrom unbedenklich ist. Anlaufstrom aus dem Herstellerdatenblatt beachten.
  • Kein FI für Handwerkzeuge: In Werkstätten, in denen auch ortsveränderliche Elektrowerkzeuge betrieben werden, ist ein FI 30 mA normativ erforderlich — und schützt im Ernstfall Leben.
  • Kein Platz für Wachstum: Der Kompressor kommt nach, dann die Schweißvorrichtung, dann der CEE-Außenanschluss. Wer von Anfang an auf P2 (24 TE) setzt, spart spätere Umbauarbeiten.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung und Geräteauswahl liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die jeweils gültigen VDE-Normen (u. a. DIN VDE 0100-410/-510) und die Herstellervorgaben der eingesetzten Maschinen.

Drehstrom-Hinweis: Die Standardprodukte P1 und P2 von Steffens ElektroWorks sind für 230-V-Netze (einphasig) ausgelegt. Für 400-V-Drehstrommaschinen (Dreiphasige Drehstrommaschinen, Drehstrom-Kompressoren) ist eine separate Planung erforderlich — sprechen Sie uns an, wir beraten individuell.

Typische Werkstatt-Kreise

Was braucht einen eigenen Schutzkreis?

LichtEigener Kreis — unabhängig von Maschinen SteckdosenMindestens 1 Kreis für Handwerkzeuge KompressorEigener Kreis — Anlaufstrom beachten SchweißgerätEigener Kreis — hohe Kurzzeitlast Kreissäge / BandsägeSteckdosen-Kreis oder eigene Absicherung CEE außenEigener Kreis mit FI 30 mA

Faustregel: Jede Maschine, die im Fehlerfall den Betrieb stoppt, bekommt einen eigenen Stromkreis.

Schutzgeräte richtig auswählen

FI-Typ und LS-Charakteristik: Was in Werkstätten gilt

Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD)

In Werkstätten, in denen Personen ortsveränderliche Betriebsmittel (Handbohrmaschine, Winkelschleifer, Verlängerungskabel) verwenden, ist ein FI 30 mA normativ erforderlich. Für rein ortsfeste Maschinen ohne Handkontakt ist die Anforderung im Einzelfall zu prüfen — in der Praxis wird ein FI 30 mA für alle Werkstattstromkreise empfohlen.

Besonderheit bei Maschinen mit Frequenzumrichter (z. B. drehzahlgeregelte Drehstrommaschinen oder Inverter-Schweißgeräte): Frequenzumrichter erzeugen hochfrequente Ableitströme, die ein Standard-FI Typ A nicht vollständig erfasst. Hier ist mindestens FI Typ F (bis 1 kHz) oder FI Typ B (allstromsensitiv) zu wählen. Das Herstellerdatenblatt der Maschine gibt die Anforderung vor.

Leitungsschutzschalter (LS) — B oder C?

Für die meisten 230-V-Werkzeuge genügt LS Charakteristik B16. Bei Maschinen mit hohen Anlaufströmen (typisch: Kompressor, Drehmaschine, größere Sägen) kann der LS-B beim Motorstart kurzzeitig auslösen, obwohl der Betriebsstrom unbedenklich ist.

In solchen Fällen: LS Charakteristik C verwenden — C-Schalter tolerieren kurze Anlaufstromspitzen bis zum 10-fachen des Nennstroms. Die konkrete Wahl ergibt sich aus dem Anzugsstrom (in A) aus dem Herstellerdatenblatt der Maschine.

Anwendung LS-Empfehlung Handbohrmaschine, Schleifer, Säge (230 V)B16 Steckdosenkreis allgemeinB16 Kompressor bis 2 kWB16 oder C16 Kompressor ab 2 kW / Anzugsstrom > 6× InC16 Schweißgerät (Schloss-Effekt, hoher Einschaltstrom)C16 oder C20 Beleuchtung / LichtB10 oder B16

Richtwerte — maßgeblich ist der Anzugsstrom aus der Maschinenspezifikation. Auslegung durch Elektrofachbetrieb.

FI-Typ im Überblick

Welcher FI für welche Werkstattanlage?

Typ AAC + pulsierender DC — Standard für Steckdosen- und Handwerkzeugkreise Typ FAC + DC + HF bis 1 kHz — für Inverter-gesteuerte Maschinen Typ BAllstromsensitiv — sicherste Wahl bei unbekanntem Maschinenpark

Im Zweifel Typ B wählen — universell einsetzbar, auch wenn Maschinen nachgerüstet werden.

Die richtige Wahl für Ihren Betrieb

P1, P2 oder M1 — welche Unterverteilung für welche Werkstatt?

Die Werkstattgröße und der Maschinenpark entscheiden, welche Unterverteilung passt. Faustregel: Lieber eine Nummer größer wählen — Nachrüsten ist teurer als von Anfang an richtig planen.

Hobbywerkstatt & Bastelkeller

P1 — 8 TE

1×FI 40A/30mA Typ A + 4×LS B16. Reicht für Licht, Steckdosen, Handwerkzeuge und eine einfache Maschine (Tischbohrmaschine, Schleifer).

  • 3–4 Stromkreise
  • Kein Kompressor mit hohem Anlaufstrom
  • Kein Außenanschluss geplant
  • Keine Erweiterung absehbar

159 € netto

Gewerbliche Werkstatt — Empfehlung

P2 — 24 TE

2-reihig, 2×FI + 7×LS. Genug Platz für 6–7 eigene Maschinenstromkreise plus Reserve — ideal für Schreiner, KFZ-Betriebe und Metallbauer.

  • Kompressor auf eigenem Kreis (LS C)
  • Schweißgerät separat abgesichert
  • CEE-Außenanschluss möglich
  • Reserve für spätere Erweiterungen

369 € netto ← Empfehlung Gewerbewerkstatt

Außenarbeitsbereich & mobiler Einsatz

M1 — Mobiler CEE-Verteiler (16 TE)

1×FI 63A/30mA + 5×LS B16 + 1×CEE-Kupplung. Für temporäre Außenarbeitsplätze, Carports, Baustellen und Montage-Einsätze vor Ort.

  • CEE-Anschluss (IEC 60309, 16A/230V)
  • FI 63A für mehrere parallele Geräte
  • 5 abgesicherte Abgänge
  • Stationär oder mobil einsetzbar

Preis auf Anfrage

Alle Varianten: fertig verdrahtet, normgeprüft nach DIN EN 61439, mit Stückprüfprotokoll. Festpreis, keine versteckten Kosten. LS-Charakteristik (B oder C) und FI-Typ geben Sie bei der Anfrage an — wir bauen entsprechend auf.

Praxis-Checkliste

Werkstatt-Unterverteilung beauftragen — was Elektrobetriebe vorbereiten sollten

Bevor Sie eine Werkstatt-Unterverteilung bestellen, klären Sie diese Punkte:

  • Maschinenbestand erfassen: Welche Maschinen sollen angeschlossen werden? Nennstrom und Anzugsstrom (Anlaufstrom) aus den Datenblättern notieren.
  • Stromkreise zählen: Jede wichtige Maschine = ein eigener Kreis. Licht, Steckdosengruppen und Außenanschluss jeweils separat — dann TE-Bedarf berechnen.
  • LS-Charakteristik festlegen: B für Standard-Werkzeuge und Steckdosen; C für Kompressoren und Maschinen mit hohem Anlaufstrom. Herstellerdatenblatt ist maßgeblich.
  • FI-Anforderung prüfen: Frequenzumrichter vorhanden? Dann FI Typ F oder B statt Typ A. Im Zweifel Typ B — universell einsetzbar.
  • Außenanschluss mitplanen: CEE-Kupplung (IP44, 16 A) für den Außenbereich oder Carport? Eigener Kreis mit FI 30 mA einplanen.
  • Wachstum einkalkulieren: In zwei Jahren kommt der Kompressor, in drei die Schweißvorrichtung? Dann jetzt P2 (24 TE) wählen und Reserve freihalten.
Schnell-Kalkulation TE-Bedarf

Typischer Gerätebedarf Werkstatt-Unterverteilung

FI 40A/30mA Typ A (2-polig)2 TE FI 40A/30mA Typ F oder B (2-polig)2 TE LS B16 oder C16 (1-polig)1 TE je Lichtkreis LS B10/B161 TE Steckdosengruppe LS B161 TE Kompressor LS C161 TE Schweißgerät LS C16 oder C201 TE CEE-Außenkreis FI + LS3 TE Reserve2–4 TE Kleine Hobbywerkstatt 6–8 TE Gewerbewerkstatt mit 5 Kreisen + Reserve 12–18 TE Vollausstattung + CEE + Reserve 18–24 TE

Richtwerte. Auslegung immer nach konkreter Planung und Herstellerangabe. Bei Vollausstattung empfehlen wir generell P2 (24 TE).

Häufige Fragen

Werkstatt-Unterverteilung — was Elektrobetriebe fragen

Welchen FI-Schalter brauche ich in der Werkstatt?

Für Steckdosen- und Handwerkzeugkreise ist ein FI 30 mA Typ A normativ erforderlich, wenn Personen ortsveränderliche Betriebsmittel verwenden — was in Werkstätten die Regel ist. Bei Frequenzumrichtern (drehzahlgeregelte Maschinen, Inverter-Schweißgeräte) muss es mindestens FI Typ F (bis 1 kHz) oder FI Typ B (allstromsensitiv) sein. Das Herstellerdatenblatt der Maschine gibt die Anforderung vor; maßgeblich sind die gültigen VDE-Normen und die Einschätzung des Elektrofachbetriebs.

Welche LS-Charakteristik für Werkstattmaschinen — B oder C?

Für die meisten 230-V-Werkzeuge (Kreissäge, Bandschleifer, Handbohrmaschine) reicht LS Charakteristik B16. Maschinen mit hohem Anlaufstrom — Kompressor, Metalldrehmaschine, Schweißgerät — können LS Charakteristik C erfordern, damit der Schalter nicht beim Motoranlauf auslöst. Die konkrete Auslegung hängt vom Anzugsstrom aus dem Herstellerdatenblatt ab; im Zweifel spricht man beim Elektrofachbetrieb oder direkt beim Maschinenhersteller vor.

Reicht P1 (8 TE) für eine Hobbywerkstatt?

Für eine kleine Hobbywerkstatt mit 3–4 Kreisen (Licht, Steckdosen, eine Maschine) ist P1 (8 TE: 1×FI + 4×LS B16) für 159 € netto gut geeignet. Sobald ein Kompressor, Schweißgerät oder ein CEE-Außenanschluss hinzukommt, ist P2 (24 TE) die wirtschaftlichere Wahl — dann reicht der Platz für alle Kreise mit Reserve. Nachrüsten ist teurer als von Anfang an richtig planen.

Wie schließe ich einen CEE-Außenanschluss für die Werkstatt an?

Ein CEE-Außenanschluss (IP44, blau 16 A / 230 V) braucht einen eigenen abgesicherten Stromkreis mit FI 30 mA + LS B16. Bei einem mobilen Außenarbeitsbereich oder Carport kann der M1-Verteiler (mobiler CEE-Verteiler, 16 TE: 1×FI 63A/30mA + 5×LS B16 + 1×CEE-Kupplung) eine vollständige stationäre oder mobile Lösung sein — fertig verdrahtet und normgeprüft.

Was kostet eine Werkstatt-Unterverteilung von Steffens ElektroWorks?

P1 (8 TE) kostet 159 € netto — geeignet für Hobbywerkstätten mit wenigen Kreisen. P2 (24 TE) kostet 369 € netto — ideal für gewerbliche Werkstätten, Schreiner oder KFZ-Betriebe mit mehreren Maschinenstromkreisen und Außenanschluss. Alle Einheiten kommen fertig verdrahtet, DIN EN 61439-geprüft, mit Stückprüfprotokoll. Festpreis, keine Nachkalkulation. LS-Charakteristik (B oder C) und FI-Typ geben Sie bei der Anfrage an.

Nächster Schritt

Werkstatt-Unterverteilung anfragen — fertig verdrahtet, mit Protokoll

Wenn Sie für eine Werkstatt- oder Garage-Installation eine fertige, normgeprüfte Unterverteilung brauchen: Schreiben Sie uns kurz, welche Maschinen abgesichert werden sollen (Nennstrom, Anzugsstrom, ob Frequenzumrichter vorhanden), ob ein CEE-Außenanschluss geplant ist und wie viele Stromkreise Sie benötigen. Wir machen innerhalb von 24 Stunden ein Angebot — inklusive LS-Charakteristik-Empfehlung.

Oder direkt über den Konfigurator: Variante wählen, TE-Bedarf eingeben — fertig.

Jetzt anfragen

Oder zum Konfigurator — Variante und TE-Bedarf eingeben, Angebot anfragen.

Unsere Standardprodukte

Fertig verdrahtet — sofort bestellbar

  • P1 — 8 TE, 1×FI + 4×LS B16 — 159 € netto
  • P2 — 24 TE, 2-reihig, 2×FI + 7×LS — 369 € netto ← Empfehlung Werkstatt
  • M1 — Mobiler CEE-Verteiler, 16 TE — Preis auf Anfrage

LS-Charakteristik B oder C, FI-Typ A/F/B — auf Anfrage. Alle Einheiten: DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll, Festpreis. Lieferung nach Absprache.

Alle Produkte ansehen