Ratgeber für Elektrobetriebe

PV-Unterverteilung:
Photovoltaik und Hausinstallation richtig planen

PV-Boom 2026: Immer mehr Elektriker beauftragen Unterverteilungen für Wechselrichter-Anschluss und PV+Wallbox-Kombinationen. Was braucht die AC-Seite einer PV-Anlage — und welches Produkt passt?

Planungsgrundlage

Was eine PV-Anlage elektrisch bedeutet — AC-Seite, Einspeisepunkt, Norm

Eine Photovoltaikanlage besteht aus zwei Spannungsebenen: Die Solarmodule liefern Gleichstrom (DC), den der Wechselrichter in netzkonformen Wechselstrom (AC) umwandelt. Der AC-Ausgang des Wechselrichters — der Einspeisepunkt ins Hausnetz — ist der Teil, der elektrisch geplant und normkonform abgesichert werden muss.

Maßgebliche Normen für Elektrobetriebe:

  • DIN VDE 0100-712: Errichten von Niederspannungsanlagen für PV-Quellen. Regelt Schutzmaßnahmen, FI-Anforderungen und Leitungsführung auf AC- und DC-Seite.
  • VDE AR N 4105: Technische Anforderungen für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz. Regelt Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz), Anmeldung beim Netzbetreiber und Einspeisung.
  • DIN VDE 0100-443 / -534: Anforderungen an den Überspannungsschutz (SPD) — relevant für PV-Anlagen mit langen DC-Leitungswegen oder in Blitzschutzzone.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung und Anmeldung beim Netzbetreiber liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind immer die aktuell gültigen VDE-Normen und die Anforderungen des jeweiligen Netzbetreibers.

Auf einen Blick

Normen & Pflichten — PV-Anlage AC-Seite

ErrichtungDIN VDE 0100-712 NetzzugangVDE AR N 4105 ÜS-SchutzVDE 0100-443/-534 AnmeldungNetzbetreiber (Pflicht) PrüfungElektrofachbetrieb

Angaben ohne Gewähr — maßgeblich ist die Auskunft Ihres Netzbetreibers und die jeweils gültige Normfassung.

Schutzgeräte AC-Seite

Was die PV-Unterverteilung braucht: FI, LS und Überspannungsschutz

Am AC-Ausgang des Wechselrichters sind mindestens drei Komponenten zu planen:

  1. Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD):
    Für Wechselrichter ohne galvanische Trennung schreibt DIN VDE 0100-712 einen FI Typ A vor — er erfasst Wechsel- und pulsförmige Gleichfehlerströme. Hat der Wechselrichter keine interne DC-Fehlerstromüberwachung, ist Typ B (allstromsensitiv) erforderlich. Die Herstellerdokumentation des Wechselrichters ist hier immer maßgeblich.
  2. Leitungsschutzschalter (LS):
    Der LS sichert die Zuleitung zwischen Unterverteilung und Wechselrichter ab. Nennstrom und Charakteristik (i. d. R. B oder C je nach Auslegung) richten sich nach dem maximalen AC-Ausgangsstrom des Wechselrichters und dem Leitungsquerschnitt. Typisch für Anlagen bis 5 kWp: B16 oder B20.
  3. Überspannungsschutz (SPD):
    Bei längeren DC-Leitungswegen (Dach → Keller), in Blitzschutzzone LPZ 0 oder bei exponierten Anlagen empfiehlt DIN VDE 0100-534 einen SPD Typ 2 auf der AC-Seite. Nicht immer Pflicht — aber in vielen Planungssituationen sinnvoll und auf Kundenwunsch einbaubar.
Typische Gerätekombination — AC-Einspeisepunkt
FI-TypA (mind.) oder B je Hersteller FI-Strom30 mA (Personenschutz) LS CharakteristikB16 oder B20 (Einzelfall) SPDTyp 2, optional Typ 1+2 TE-Bedarfca. 4–6 TE (ohne Reserve)

Auslegung immer nach Planung im Einzelfall. Normfachbetrieb und Netzbetreiber sind maßgeblich.

Die häufigste Kombination 2026

PV + Wallbox: Warum 24 TE die richtige Wahl ist

Die häufigste Anfrage 2026: PV-Anlage und Wallbox sollen gemeinsam installiert werden — möglichst kompakt, möglichst normgerecht, möglichst wenig Rückbau in drei Jahren. Zwei Verbraucher bedeuten mindestens zwei FI-Schutzkreise:

  • Wechselrichter-Kreis: FI (Typ A oder B) + LS für AC-Ausgang
  • Wallbox-Kreis: FI Typ A + LS B16/B20 (DIN VDE 0100-722)
  • Reserve: Überspannungsschutz SPD, späterer Wärmepumpen-Anschluss, §-14a-Steuerung

Eine P1-Unterverteilung mit 8 TE ist für diese Kombination meist zu knapp — Platz für zwei FI-Blöcke, LS und SPD-Vorbereitung fehlt. Eine P2 mit 24 TE (2 Reihen) schafft das komfortabel und lässt genug Reserve für spätere Erweiterungen.

Für reine PV-Anlagen ohne Wallbox und ohne SPD-Bedarf kann eine P1 (8 TE) oder P3 (11 TE) ausreichend sein — das hängt vom Einzelfall und der geplanten Komponentenzahl ab.

Kleinanlage

P1 — 8 TE

1-phasig, 1×FI + 4×LS B16. Ausreichend für einen einzigen PV-Einspeisepunkt ohne weitere Verbraucher.

Geeignet wenn: Nur Wechselrichter, keine Wallbox, kein SPD-Bedarf.

159 € netto

PV + Wallbox — Empfehlung

P2 — 24 TE

2-reihig, 2×FI + 7×LS, großzügig Reserve. Ideal für PV + Wallbox in einem Gehäuse — mit Platz für SPD und Wärmepumpe.

Geeignet wenn: PV + Wallbox, mehrere Schutzkreise, Erweiterungsreserve gewünscht.

369 € netto

Kompakte Einzellösung

P3 — 11 TE

1×FI + 1×LS + Reserveplatz. Für Einzelanwendung (nur Wallbox oder nur kleiner Wechselrichter) mit etwas mehr Reserve als P1.

Geeignet wenn: Nur ein Schutzkreis, kompakter Einbauort, SPD optional nachrüstbar.

249 € netto

Alle drei Varianten: fertig verdrahtet, normgeprüft nach DIN EN 61439, mit Stückprüfprotokoll. Festpreis, keine versteckten Kosten. Die richtige Wahl hängt vom Einzelfall ab — schreiben Sie uns, wir helfen bei der Auswahl.

Praxis-Checkliste

PV-Unterverteilung beauftragen — was Elektrobetriebe vorbereiten sollten

Bevor Sie eine PV-Unterverteilung bestellen, klären Sie diese Punkte:

  • Wechselrichter-Datenblatt: Welchen FI-Typ schreibt der Hersteller vor (Typ A oder B)? Ist eine interne DC-Fehlerstromüberwachung eingebaut?
  • AC-Ausgangsleistung und -strom: Daraus ergibt sich der LS-Nennstrom und die Zuleitungsauslegung.
  • Weitere Verbraucher: Wallbox, Wärmepumpe oder spätere Erweiterungen geplant? Dann P2 (24 TE) wählen.
  • Überspannungsschutz: Lange DC-Strecke (z. B. Dach → Keller)? Blitzschutzkategorie prüfen (DIN VDE 0100-534).
  • Netzbetreiber-Anmeldung: Erzeugungsanlage muss beim Netzbetreiber angemeldet werden (VDE AR N 4105). Kein Betrieb ohne Anmeldung.
  • TE-Bedarf berechnen: FI (2 TE) + LS (1 TE je Kreis) + SPD (1–2 TE) + Reserve. Dann Gehäusetyp wählen.
Schnell-Orientierung TE-Bedarf

Typischer Gerätebedarf PV-Unterverteilung

FI Typ A (2-polig)2 TE LS B16 Wechselrichter1 TE LS B16/B20 Wallbox1 TE FI Typ A Wallbox2 TE SPD Typ 2 (optional)1–2 TE Reserve / Erweiterung2–4 TE Gesamt (Beispiel) 9–12 TE

Richtwerte; Auslegung immer nach konkreter Planung. Bei PV + Wallbox empfehlen wir P2 (24 TE) für ausreichend Reserve.

Häufige Fragen

PV-Unterverteilung — was Elektrobetriebe fragen

Brauche ich für meine PV-Anlage eine separate Unterverteilung?

Nicht zwingend — aber in der Praxis ist eine separate Unterverteilung für den AC-Einspeisepunkt des Wechselrichters fast immer sinnvoll. Sie bündelt die zugehörigen Schutzgeräte (FI, Leitungsschutzschalter, ggf. Überspannungsschutz) an einem Ort, erleichtert die Prüfung nach DIN VDE 0100-712 und sorgt für eine klare Trennung vom übrigen Hausnetz. Wenn zusätzlich eine Wallbox vorhanden ist, macht eine gemeinsame Unterverteilung (P2, 24 TE) besonders viel Sinn.

Welcher FI-Typ ist für PV-Anlagen vorgeschrieben?

Für Wechselrichter ohne galvanische Trennung schreibt DIN VDE 0100-712 mindestens einen FI Typ A vor. Hat der Wechselrichter keine interne DC-Fehlerstromüberwachung, ist Typ B erforderlich. Schauen Sie ins Datenblatt des Wechselrichters — der Hersteller gibt den erforderlichen FI-Typ explizit an. Im Zweifel gilt: Typ B ist immer auf der sicheren Seite.

Was ist bei der AC-Absicherung des Wechselrichters zu beachten?

Der AC-Ausgang wird über einen Leitungsschutzschalter (Charakteristik B, Nennstrom nach maximaler AC-Ausgangsleistung) abgesichert. Zusätzlich sind die Anforderungen der VDE AR N 4105 relevant: Netz- und Anlagenschutz (meist im Wechselrichter integriert) sowie die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Kein PV-Betrieb ohne Anmeldung — das ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme bei der Abnahme.

Lässt sich PV und Wallbox in einer Unterverteilung zusammenfassen?

Ja — und das ist 2026 die häufigste Kombination. Eine P2-Unterverteilung (24 TE, 2 Reihen) bietet genug Platz für FI + LS des Wechselrichters, FI Typ A + LS der Wallbox sowie Reserve-TE für Überspannungsschutz oder Wärmepumpe. Wer eine P1 (8 TE) für beides plant, hat in der Regel zu wenig Platz.

Was kostet eine fertige PV-Unterverteilung?

Unsere P2-Unterverteilung (24 TE, fertig verdrahtet, Stückprüfprotokoll nach DIN EN 61439) kostet 369 € netto. Für kleinere Anlagen ohne Wallbox: P1 (8 TE) für 159 € oder P3 (11 TE) für 249 € netto. Alle Varianten sind sofort bestellbar, Lieferung nach Absprache. Auf Wunsch auch als Angebot nach Ihren konkreten Vorgaben.

Nächster Schritt

PV-Unterverteilung anfragen — fertig verdrahtet, mit Protokoll

Wenn Sie für Ihren nächsten PV-Job eine fertige, normgeprüfte Unterverteilung brauchen: Schreiben Sie uns kurz, welche Komponenten verbaut werden sollen (Wechselrichter-Ausgangsleistung, FI-Typ, Wallbox ja/nein, SPD gewünscht). Wir machen innerhalb von 24 Stunden ein Angebot.

Oder direkt über den Konfigurator: Variante wählen, TE-Bedarf eingeben — fertig.

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Oder zum Konfigurator — Variante und TE-Bedarf eingeben, Angebot anfragen.

Unsere Standardprodukte

Fertig verdrahtet — sofort bestellbar

  • P1 — 8 TE, 1×FI + 4×LS B16 — 159 € netto
  • P2 — 24 TE, 2-reihig, 2×FI + 7×LS — 369 € netto ← PV+Wallbox
  • P3 — 11 TE, 1×FI + 1×LS, SPD optional — 249 € netto

Alle Einheiten: DIN EN 61439, Stückprüfprotokoll, Festpreis. Lieferung nach Absprache.

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