Server, Storagesysteme und aktive Netzwerkkomponenten sind dauerhaft in Betrieb — Ausfälle kosten Geld und können Daten gefährden. Die Unterverteilung im Serverraum muss deshalb mehr leisten als eine Standard-UV für Bürosteckdosen:
- Verfügbarkeit: Kein gemeinsamer FI oder LS mit unkritischen Verbrauchern — ein Fehlerstrom-Auslöser an einer Kaffeemaschine darf nicht den Serverkreis abschalten.
- Ableitströme: Schaltnetzteile in Servern erzeugen kapazitive Ableitströme, die Standard-RCD Typ A auslösen können. Am USV-Ausgang kommen hochfrequente Komponenten hinzu.
- Überspannungsschutz: Serverkomponenten reagieren empfindlich auf Transienten. SPD Typ 2 in der UV und SPD Typ 3 am Rack-PDU sind Stand der Technik.
- EMV: Hochfrequente Schaltnetzteile stören sich gegenseitig. Saubere N-PE-Trennung (TN-S) und abgeschirmte Leitungen reduzieren das Risiko.
- Wartbarkeit: Jeder Rack und jede Lastgruppe braucht einen eigenen abtrennbaren Abgang — damit lässt sich im laufenden Betrieb ein Kreis warten ohne den ganzen Raum abzuschalten.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Ausführung liegt beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-443, DIN VDE 0100-534, DGUV V3 sowie Hersteller- und USV-Vorgaben.