Überspannungsschutzgeräte (Surge Protective Devices, SPD) leiten kurzzeitige Spannungsspitzen — sogenannte Transienten — sicher gegen PE (Schutzleiter) ab, bevor sie Betriebsmittel erreichen. Transienten entstehen durch:
- Blitzeinschlag in der Nähe: Auch ein indirekter Einschlag in die Freileitung oder Freilandbauwerke in der Umgebung erzeugt Stoßströme, die sich leitungsgebunden bis in die Hausinstallation fortpflanzen.
- Schaltüberspannungen: Große induktive Lasten (Motoren, Trafos, Schütze) erzeugen beim Abschalten Spannungsspitzen auf dem Leitungsnetz — auch in Niederspannungsanlagen.
- Überspannungen aus dem Versorgungsnetz: Fehlerhaft geschaltete Netzteile im Versorgungsnetz oder HAK-nahe Probleme können kurze Transienten einkoppeln.
- Eigenerzeugeranlagen: PV-Wechselrichter und Batteriespeicher können im Fehlerfall Transienten erzeugen, die die nachgelagerte Installation belasten.
In der Unterverteilung ist ein SPD die letzte und oft einzige Barriere vor den angeschlossenen Verbrauchern — Frequenzumrichter, Schaltnetzteile, Steuerungen und IT-Geräte sind besonders empfindlich.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt eine Planungsorientierung für Elektrobetriebe. Normkonforme Auswahl und Einbau von SPD-Geräten liegen beim errichtenden Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Fassungen der DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 sowie die Herstellerangaben der eingesetzten SPD-Geräte.