Ratgeber für Elektrobetriebe

Unterverteilung Altbau sanieren:
Was muss weg, was bleibt?

Schraubautomate, kein FI, eine Sicherung für alles: Millionen Altbauwohnungen haben eine Elektroinstallation aus den 70er- oder 80er-Jahren. Wann muss die Unterverteilung raus — und wie setzen Elektrobetriebe die Sanierung effizient um?

Ausgangslage

Warum viele Altbau-Unterverteilungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen

Deutschland hat rund 43 Millionen Wohneinheiten — ein großer Teil davon mit Elektroinstallationen, die 30, 40 oder sogar 50 Jahre alt sind. Diese Anlagen waren bei der Errichtung normkonform, entsprechen heute aber nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Typische Merkmale einer sanierungsbedürftigen Unterverteilung im Altbau:

  • Schraubautomate (Diazed-Elemente, Neozed, ältere NH-Sicherungen) statt moderner Leitungsschutzschalter
  • Kein FI-Schutzschalter (RCD) — bei Anlagen aus den 1970er/80er-Jahren oft nicht vorhanden
  • Zu wenige Stromkreise — eine oder zwei Sicherungen für komplette Etagenwohnungen, keine getrennten Kreise für Küche, Bad, Heizung
  • Veraltete Klemmen und Verdrahtung — oxidierte Kupferschienen, lose Verbindungen
  • Zu kleine Verteilergehäuse — kein Platz für moderne Geräte oder Nachrüstungen

Solange keine Umbaumaßnahmen erfolgen, besteht keine generelle Nachrüstpflicht wegen des Alters. Sobald jedoch Änderungen an der Anlage vorgenommen werden — neue Stromkreise, neue Verbraucher (Wallbox, Wärmepumpe, Klimaanlage), Umbau oder Renovierung — greifen die Anforderungen des aktuellen Normenstands.

Planungshinweis: Dieser Ratgeber gibt einen praxisorientierten Überblick. Die verbindliche Beurteilung, ob und in welchem Umfang eine Bestandsanlage erneuert werden muss, liegt beim verantwortlichen Elektrofachbetrieb. Maßgeblich sind die jeweils geltenden VDE-Normen, insbesondere DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-520 und DIN VDE 0100-551 (bei Einspeisung), sowie die länderspezifischen Anforderungen der Netzbetreiber.

Typische Altbau-Schwachstellen

Was Elektriker häufig antreffen

1970erSchraubautomate, kein FI, Aluminium-Leitungen in manchen Gebäuden 1980erErste LS-Automaten, aber oft kein FI, wenige Stromkreise 1990erLS-Automaten Standard, FI manchmal vorhanden, aber oft nur ein FI für alles 2000erFI verbreitet, aber ältere TE-Formate, oft kein Platz für Wallbox/PV-Nachrüstung

Jede Bestandsanlage ist anders — immer Sichtprüfung + Messung vor Planung.

Auslöser

Wann wird die Sanierung der Unterverteilung notwendig?

Eine Erneuerungspflicht entsteht nicht allein durch das Alter der Anlage, sondern durch Änderungen an der Installation oder durch festgestellte Sicherheitsmängel. Häufige Auslöser in der Praxis:

Auslöser Konsequenz für die Unterverteilung Verbindlichkeit
Neue Stromkreise (Küche, Bad, Arbeitszimmer) Neue Abgänge + FI-Schutz für neue Steckdosen-Kreise Technisch erforderlich
Wallbox / Ladeeinrichtung Eigener Abgang, FI Typ A (mind.), Zuleitungsprüfung Technisch erforderlich
Wärmepumpe Eigener Abgang, ggf. FI Typ F oder B (Hersteller beachten) Technisch erforderlich
PV-Anlage / Batteriespeicher Eigener WR-Abgang, FI-Typ nach Herstellervorgabe, oft mehr TE Technisch erforderlich
Kernsanierung / Umbau Oft vollständige Erneuerung wirtschaftlich sinnvoll Fachbetrieb entscheidet
Sicherheitsmängel (Überhitzung, lose Verbindungen, defekte Geräte) Sofortige Teilsanierung oder Kompletterneuerung Unmittelbar notwendig

In vielen Fällen ist die Kompletterneuerung der Unterverteilung wirtschaftlicher als der Teilersatz einzelner Geräte: Alte Schraubautomate sind oft nicht mehr lieferbar, alte Gehäuse passen nicht zu modernen Reihenmaßen, und der Zeitaufwand für Planung und Einzelersatz übertrifft schnell den für eine Komplettlösung.

Technische Planung

Was bei der Altbau-Sanierung in der Unterverteilung anfällt

Eine typische Altbau-Sanierung umfasst mehr als den Austausch von Sicherungen. Elektrobetriebe müssen vor Ort prüfen und planen:

1. Sichtprüfung und Messung

Zustand der Leitungen (Isolierung, Querschnitte), Verdrahtungsqualität, Vorhandensein von Schutzleitern (PE), Zustand der Klemmen. Besonders in Gebäuden vor 1975: Prüfung auf Aluminiumleitungen (bei Al-Leitungen gelten besondere Anforderungen an Klemmen und Verbindungstechnik).

2. Stromkreisplanung

Für Wohngebäude empfehlen sich heute getrennte Stromkreise für: Küche (mindestens 2 Kreise), Bad/Waschmaschine, Heizung/Pumpe, Licht, allgemeine Steckdosen, und separate Abgänge für größere Verbraucher. Der Platzbedarf in der Unterverteilung wächst entsprechend.

3. TE-Bedarf neu berechnen

Alte Verteiler haben oft 6–12 TE. Für eine sanierte Wohnungsanlage werden typischerweise 18–24 TE (P2-Format) oder — für kleine Objekte — 8 TE (P1-Format) benötigt. Reserveplatz von 20–30 % wird empfohlen.

4. Gehäusewechsel

Ältere Aufputz- oder Unterputzgehäuse passen oft nicht zu modernen DIN-Reihengeräten. Ein neues Gehäuse (korrekte Schutzklasse, ausreichend TE) ist meist Teil der Sanierung.

Beispiel: Sanierung 3-Zimmer-Wohnung

Typischer TE-Bedarf nach Sanierung

Gerät TE
FI 40A/30mA Typ A (Hauptschutz) 2
LS B16 — Licht 1
LS B16 — Steckdosen allgemein 1
LS B16 — Küche 1 1
LS B16 — Küche 2 1
Reserve (2 TE für Nachrüstung) 2
Gesamt 8 TE

→ Passt exakt in unsere P1 (8 TE, 159 € netto). Prüfprotokoll inklusive.

Effizienz

Fertig bestückte Unterverteilung vs. Einzelbestückung vor Ort

Bei der Altbau-Sanierung haben Elektrobetriebe zwei Wege: Einzelkauf und Bestückung vor Ort oder Lieferung einer fertig bestückten, geprüften Unterverteilung. Der Vergleich:

Kriterium Einzelbestückung vor Ort Fertige Unterverteilung (SEW P1/P2)
Materialbeschaffung Einzelteile bestellen / im Lager halten Ein Produkt, ein Lieferant
Montagezeit (Bestückung) 30–90 Min. auf der Baustelle Entfällt — nur Einbau + Anklemmen
Prüfprotokoll (DIN EN 61439) Eigenleistung — Zeit und Messmittel nötig Inklusive — mitgeliefert
Qualitätssicherung Einzelprüfung durch Monteur Geprüft in der Fertigung nach DIN EN 61439
Flexibilität Individuell anpassbar Standardkonfigurationen (P1/P2/P3)
Gesamtzeit auf der Baustelle Höher — Bestückung, Verdrahtung, Prüfung Niedriger — nur Einbau und Anklemmen

Für Standardfälle — 8 TE kleine Wohnung (P1) oder 24 TE mittlere Wohnung (P2) — rechnet sich die fertige Unterverteilung fast immer: eingesparte Montagezeit, mitgeliefertes Prüfprotokoll und kein Lagerrisiko für Einzelkomponenten.

Fertige Lösung

Einbaufertig für die Altbau-Sanierung: P1 und P2

Sofort verfügbar

P1 — 8 TE, für kleine Wohnungen

1× FI 40A/30mA Typ A · 4× LS B16 · beschriftet · verdrahtet · Prüfprotokoll

159 € netto zzgl. MwSt.

Passend für: 3-Zimmer-Wohnungen, Sanierung 1 Reihe

Zur P1-Seite →
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P2 — 24 TE, für größere Wohnungen

2× FI 40A/30mA · mehrere Schutzgruppen · Leeraum für Nachrüstung

369 € netto zzgl. MwSt.

Passend für: 4–5-Zimmer-Wohnungen, Sanierung mit Wallbox-Reserve

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Sonderkonfiguration: Wenn Ihr Projekt mehr TE, besondere FI-Typen (Typ B für Speicher, Typ F für Wärmepumpe) oder spezifische Bestückungen benötigt, liefern wir auf Anfrage. Schreiben Sie uns: info@steffens-elektroworks.de

Häufige Fragen

Unterverteilung Altbau sanieren — FAQ

Muss eine alte Unterverteilung zwingend erneuert werden?

Eine Pflicht zur Erneuerung besteht nicht allein wegen des Alters. Sobald jedoch Änderungen an der Anlage vorgenommen werden — neue Stromkreise, neue Verbraucher (Wallbox, Wärmepumpe), Umbau oder Renovierung — müssen diese Änderungen und in der Regel auch betroffene Teile der Anlage dem Stand der Technik angepasst werden. Die verbindliche Einschätzung liegt beim Elektrofachbetrieb.

Was kostet die Erneuerung einer Unterverteilung im Altbau?

Die Materialkosten für eine kleine Wohnungsanlage (8 TE, P1-Format) beginnen bei 159 € netto für eine fertig bestückte, geprüfte Unterverteilung von Steffens ElektroWorks — zzgl. Montage durch den Elektrobetrieb. Einzelbestückung ist oft teurer, wenn man Montagezeit und Prüfung einrechnet. Für größere Objekte (24 TE, P2) beginnt die Material-Basis bei 369 € netto.

Braucht jede Wohnung einen FI-Schutzschalter?

Für Neuinstallationen und wesentliche Änderungen an Bestandsanlagen schreibt der aktuelle Stand der VDE-Normen FI-Schutz für bestimmte Stromkreise vor — insbesondere für Steckdosen in Wohnräumen, Bäder und Außenbereiche. Bestandsanlagen ohne Änderungen müssen nicht nachgerüstet werden, aber die Nachrüstung wird aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen. Maßgeblich ist die Einschätzung des Elektrofachbetriebs vor Ort.

Kann ich einzelne Teile der alten Unterverteilung behalten?

In der Theorie ja — wenn Gehäuse und vorhandene Geräte noch einwandfrei sind. In der Praxis ist ein Komplettaustausch oft wirtschaftlicher: Alte Sicherungsautomaten sind oft nicht mehr lieferbar, alte Gehäuse passen nicht zu modernen Reihenmaßen, und der Planungsaufwand für Einzelersatz ist hoch. Eine fertige P1 oder P2 von Steffens ElektroWorks ist inklusive Verdrahtung und Prüfprotokoll oft die günstigste Gesamtlösung.

Liefert Steffens ElektroWorks Unterverteilungen für die Altbau-Sanierung?

Ja. Unsere P1 (8 TE, 159 € netto) und P2 (24 TE, 369 € netto) sind fertig bestückt, verdrahtet und nach DIN EN 61439 geprüft — mit Prüfprotokoll. Ihr Elektriker baut ein, schließt die Zuleitungen und Abgänge an — fertig. Für Sonderanforderungen (mehr TE, FI Typ B/F, spezielle Bestückung) liefern wir auf Anfrage. Kontakt: info@steffens-elektroworks.de