Die Produktnorm für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, DIN EN 61439-1 zusammen mit dem Teil 3 für Installationsverteiler, kennt zwei Ebenen des Nachweises. Der Bauartnachweis belegt einmalig, dass ein Verteilersystem innerhalb seiner Grenzen die Anforderungen erfüllt: Erwärmung, Kurzschlussfestigkeit, Isolationseigenschaften, Schutzart, mechanische Festigkeit. Für Installationsverteiler liefert diesen Nachweis in aller Regel der Gehäusehersteller für sein System — unter der Bedingung, dass der Verteilerbauer die Aufbauvorgaben des Systems einhält: zugelassene Geräte, Sammelschienen, Querschnitte, Belegung, maximale Verlustleistung.
Der Stücknachweis ist die andere Ebene. Er betrifft nicht das System, sondern die einzelne gebaute Einheit. Jede Verteilung, die die Werkstatt verlässt, wird geprüft, und das Ergebnis wird dokumentiert. Das gilt für die Serie ebenso wie für die eine Unterverteilung, die ein Elektrobetrieb für einen Kunden baut. Die Norm unterscheidet nicht nach Stückzahl.
Daraus folgt eine einfache Arbeitsteilung: Der Gehäusehersteller belegt, dass das System funktioniert. Der Verteilerbauer belegt, dass er das System richtig angewendet hat und dass diese konkrete Einheit fehlerfrei ist. Der zweite Teil lässt sich nicht delegieren.